Hallo meine Andershörer!
Ich bin jetzt fertig mit genesen und will euch jetzt hier so ein bisschen die Geschichte hinhauen, damit auch diejenigen, die bei google sowas eingeben wie "CI Implantation wie lange bis es mir besser geht" etwas finden. Glaubt mir. Ich habe gegooglt und mein Arzt hat mich hier mit einer Mischung aus Mitleid und milder Belustigung angesehen und gesagt, dass man schon ein bisschen Geduldig sein muss.
Jaja, die Geduld.
Ich muss euch dabei sagen, dass ich von meinen beiden, gerngewonnen Zimmernachbarinnen aus Hannover sehr, sehr, sehr andere Berichte habe, wie sie genesen sind. Es fällt wohl sehr unterschiedlich aus und es kommt wirklich drauf an, wie es einen geht im Vorfeld.
Ich weiß ja nicht, ob es was geholfen hat, aber vor der OP habe ich mich zwei Wochen extrem, extrem und noch mal extrem gesund ernährt. Ich hatte super doll darauf geachtet, dass ich genug Gemüse esse und nur gesunde Fette und kein rotes Fleisch. Ich schwöre immer noch darauf, dass deswegen die Narkose bei mir so gut verlaufen ist ;) aaaaber ich glaube, dass man immer noch ein bisschen Glück haben muss und nicht wirklich einen großen Einfluss darauf hat, wie es einen geht. Aber egal, wie gut es mir halt nach der OP direkt ging, so super schön war die Zeit bis zum Schmerzfrei werden nicht.
Aber es *ist* kein Spaziergang und wenn man sich den Arm bricht, dann braucht das ja auch ein bisschen, bis das wieder verheilt ist ;)
POSTOP
1.-4. Tag
Man hat einen ziemlichen Druck auf den Kopf - so ein bisschen wie eine schwere Platte, und man weiß nicht so richtig, wie man liegen soll um zu schlafen. Für mich ist das da nur Schubweise möglich, immer nur 3-4 Stunden am Stück. Ich brauche ziemlich viel Schmerzmittel, weil der Druck einfach super unangenehm ist. Ich hatte leider eine Schwellung über dem Implantat, so, dass ich statt den typischen 2 Druckverbänden und dann die Ohrenklappe insgesamt 4 Druckverbände bekommen habe. Ich bin auch mit Druckverband entlassen worden. Wenn ich nicht gesagt hätte, dass es mir jetzt mit dem Krankenhaus reicht, dann wäre ich auch noch einen Tag länger dageblieben. Die Schmerzen erinnern im Ohr selbst an eine Mittelohrentzündung. Ich persönlich habe keinen 'stärkeren' Tinnitus direkt bekommen nach der OP. Ich hatte vorher schon den Singsang im Ohr. (Bei meinen Zimmernachbarinnen sind allerdings beide ein Tinnitus auf dem implantierten Ohr entstanden)
5. Tag
Endlich zuhause und dann einen Termin bei meinem Arzt. Hier bekomme ich endlich den ollen Druckverband ab, was erst eine große Erleichterung ist. Ich lasse mir Novalgin-Schmerzmittel verschreiben, weil Ibuprofen einfach keinen großen Sinn gemacht haben. Das kam da gar nicht gegen an. Ich brauche zum Einschlafen ganz schön viele Schmerzmittel, weil ich einfach nicht weiß wie ich liegen soll.
(trauriges Zitat auf dem Sofa am Abend zu meinem Verlobten: "Die haben mich in Hannover kaputt gemacht T_T" ;) im Nachhinein finde ich das ziemlich witzig, weil ich mich nicht mal mehr an den Schmerz erinnern kann, aber daran, dass es mir schlecht ging)
6.-8. Tag
Am 6. Tag hat es angefangen in meinem Hals-Rachen-Bereich ziemlich zu pieksen. Ich hatte das Gefühl, dass ich wirklich fühle, dass da etwas ist. Irgendwie so eine Art Akzeptanzsschmerz, der ziemlich unangenehm ist, weil man irgendwie nicht die Hand drauf legen konnte um das wegzumachen. Das Implantat selbst tut am Hinterkopf weh, und der Körper erinnert einen immer mal wieder daran "OH Gott! Katharina! Da ist was! DA... was ist das?! Das gehört nicht zu miiiir! AAAAH" und dann pulsiert das schon mal blöd rum.
Mittlerweile habe ich doch einen kleinen anderen Tinnitus dazu bekommen. Wenn man schwer hebt (jaja, soll man ja nicht), dann kommt ein Zug vorbei. So richtig ein Zug. Der fängt in der Ferne an, kommt näher und näher und rauscht dann über den Schienen in auf und abschwellen laut vorbei und fährt dann in die Ferne.
Schmerzmittelverbrauch ist immernoch sehr hoch. Ich bin von Novalgin-Tropfen auf Tabletten umgestiegen, weil ich irgendwie die Tropfen nicht vertrage. Die wirken einfach nicht ;)
9.Tag
Die Fäden werden gezogen und ich jammere meinen Arzt ein bisschen vor, dass ich das Gefühl habe, dass ich mich jetzt auch noch erkälte und sitze wie ein kleiner Haufen Elend in dem Stuhl vor ihm, was ihn zu der Aussage über Geduld verleitet und zu dem leichten Lächeln, das mir schon verrät, dass es wohl den Meisten so geht wir mir gerade. Naaaa, wenn es allen so schlimm geht, dann ist ja alles bester Ordnung. Er lobt noch meine gute Wundheilung und meint dann salopp: "Wenn der Körper schnell heilt, dann sind die Nerven ganz flix wieder aktiv. Und wo Nerven aktiv sind, da kann man Schmerz empfinden. Hat ja so seine Nach-und-Vorteile." Mein Ohr fühlte sich nach der OP zunächst recht taub an, aber schon jetzt am 9. Tag ist fast alles wieder da, bis eben oben die Ohrenspitze.
10.Tag
HAARE WASCHEN.
Oh, ihr wisst nicht, wie herrlich das ist, wenn man 10 Tage lang nicht langen Zotteln waschen konnte. Nach dem Duschen sind natürlich die Gefäße geweitet, so, dass man wieder ein bisschen Wundflüssigkeit über den Rachenraum loswerden muss, aber mittlerweile kennt man das ja, also findet man es höchsten eklig, aber nicht wirklich schlimm.
11.-14. Tag
Ich kann die Schmerzmittel jetzt schon gut runterschrauben. Vor dem Schlafengehen Abends und nach dem Aufstehen morgens nehme ich meine Tabeltten und dann ist ruhe. Ich schlafe aber super viel. Die Nacht dann manchmal 8-9 Stunden, dann bin ich 4 Stunden wach und schlafen noch mal 4-5 Stunden. In Einzelfällen sogar 7 Stunden. Am 13. Tag fängt dann irgendwie an dass mein Gesicht ein bisschen hängt links.
Ein Arztbesuch bei meinem einfachen HNO-Arzt ergibt dann, dass er meint, dass ist normal nach so einer OP, muss halt abschwellen alles.
Also gehe ich mit einem halbgelähmten Gesicht am 14. Tag nach der OP mit ein paar Freunden essen. Und das war schön. Freunde sind besser als jede Schmerztablette und ich versichere euch, dass nach diesem 14. Tag mein Wohlbefinden einfach klack gemacht hat.
15.-16. Tag
Ich habe also eine Gesichtsnerventzündung. Man kann nicht mal Pfeifen, oder das linke Auge richtig schließen. Pro - man hat keine Falten ( ;) ). Meine linke Gesichthälfte fängt ziemlich an weh zu tun - der Kiefer und sogar wenn man einfach auf die Wange drauf drückt. Wie ein gigantischer Muskelkater. Ist also der Schmerz aus dem Rachen raus, aus dem Kopf raus, wandert es dann quasi ins Gesicht. Ein bisschen ist das gemein, weil man versucht sich an den Schmerz zu gewöhnen und dann tut man es, und dann wechselt er seine Location. Da fühlt man sich immer mal wieder sehr frustig. Danke an alle, die mein Jammern ertragen haben ;)
Ich mache noch mal einen Termin beim spezielleren Arzt wegen dem Gesicht. Sicher ist sicher. Die Vorstellung, dass das bleibt macht einen echt Alpträume.
19.Tag
Plötzlich sind die Schmerzen weg. Plumps. :)
20. Tag
Beim Arzt meines Vertrauens (der mit mehr Ahnung ;) ) sieht er sofort, dass man lieber doch was machen sollte wegen dem Gesicht. Ist ja wirklich erst aufgetreten, nachdem alles noch in Ordnung war. Ein Telefonat mit Hannover später und der Frage, ob ich Lust habe mich dafür Stationär aufnehmen zu lassen ("...geht das nicht auch ambulant? Sie können das sicherlich auch, oder? Bitte...? *_*") bekomme ich dann eine von drei Cortison-Infusionen.
Tada... da ist das miese, eklige Cortison, der Freund jeder ohnehin schon übergewichtigen Frau die in einem guten halben Jahr vor dem Traualtar treten möchte und noch nicht ganz fertig ist mit der Brautkleider suche. Kleiner Trost - Cortison macht die Haut wuuuunderschön ;) immer positiv denken.
Ein CT ergibt dann, dass sich Wundflüssigkeit im Rundenfenster gesammelt hat und da den Gesichtsnerv ein bisschen erwürgt. Also Nasenspray noch zusätzlich, noch mal mehr Antibiotika (zum Cortison noch dazu) und jeden Tag drei Mal hinhalieren.
Witziger Nebeneffekt - wenn ich jetzt lache oder huste oder niese dann höre ich im Ohr ein wunderschönes Glockenspiel. Wirklich so ein blingelingbingbling (wenn nicht gerade ein Zug vorbei fährt :D).
Mein Ohr ist mittlerweile gar nicht mehr stumpf oder taub, aber es tut ein minimales bisschen weh, wenn man oben auf die Spitze drauf drückt. ("Mama, schau mal, wenn ich hier drauf drücke, dann tut das weh. Aua. Aua. Aua." - "... dann lass das!" Kennt ihr das, wenn ihr Halsschmerzen habt und ihr ständig schluckt um zu schauen, ob es noch weh tut? :D gleicher Effekt hier.)
21.-22. Tag
Bekomme ich dann Cortison. Und dann bleibe ich ein Wochenende ohne Cortison und fange an zu husten und mich ultra Krank zu fühlen. Aber mutig wühle ich mich durch das ansonsten schmerzfreie Wochenende, sogar bei Freunden. ABER mein Gesicht wird besser. Ich kann wieder Pfeifen und hab nur noch ne Minimale Assymetrie beim Lächeln. Fällt nicht mal mehr auf.
26. Tag
Cortison-Kontrolle beim Arzt, bzw. nachschauen, wies mir denn geht. Und nachdem ich ihm dann jammere, ich habe mich erkälte fragt er mich, ob ich denn das Ausschleich-Schema auch artig durchgenommen habe.
Wenn ihr jetzt 'Hä?'-denkt... habe ich auch. Also "Hä?" und dann sah er mich an wie ein Auto und fragte, ob mir die Arzthelferinnen keine Tabletten fürs Wochenende mitgegeben hatten. Schließelich schleicht man aus Cortison raus, sonst gibts Entzugserscheinungen und dann hauen die kleinsten Bakterien das umgehauene Immunsystem aus der Bahn. Ein bisschen erbost stellte er dann fest, dass die mich tatsächlich auf kalten Cortison-Entzug gesetzt haben. Es wird mich nicht umbringen, aber das ist natürlich ein kleines Missgeschick was nicht wirklich gut ist. Mein Husten ist ziemlich fies. Also bekomme ich noch mal ne Runde Cortison und dann das Auslaufschema. Und etwas zum Freihusten der total zusitzenden Lunge zum Inhalieren. Und Nasenspray. Regen-Traufe mit einem gewissen lachenden Auge. Soetwas passiert und naja, was soll man machen. Er hat sich wirklich entschuldigt (er kann da wirklich nichts zu), und nimmt die betreffenede Dame noch mal ins Gebet. Mit dem Cortison und Inhalieren sind die komischen Krankheitszeichen dann aber auch gut unter Kontrolle zu bekommen.
27. Tag bis Jetzt (33.)
Mir geht es gut. Ich huste noch ein bisschen, schnupfe noch ein bisschen. Ich höre (zur Zeit noch!!!) schlechter als vor der OP, habe minimal und hin und wieder ein bisschen Gleichgewichtsstörungen (aber ich bin schon immer so eine kleine Stolpertrine gewesen!). Ich kann schon seit zwei Wochen wieder ohne Probleme Autofahren und treffe mich gerne wieder mit Freunde. War sogar schon beim Frisör, der sich meinen coolen Undercut angeschaut hat und die Frisur ein bisschen aufgepeppt hat. Ich bin weitesgehend Schmerzfrei. Keine Migräne oder sonstiges - halt hin und wieder normale Kopfschmerzen, wenn man mal zu faul war artig zu trinken.
Ich bin noch ein bisschen langsam und schnell müde und schlafe immer noch ganz gerne und habe vor Allem zur Zeit den Luxus, dass ich das kann.
Und morgen, am 3.3., am Rosenmontag, da werde ich als Cyborg aktiviert.
Dieser ganze Horror-Stress der letzten Monate, das auf und ab und die Unsicherheit, ob man überhaupt was machen kann, diese irrwitzigen Ideen, dass man sich vielleicht sogar nur einbildet schwerhörig zu sein und Wahrheit einfach nur doof ist, die sind jetzt irgendwie hinter mir.
Ich weiß noch, wie traurig und fertig ich war, als die Hoffnung auf ein CI ersteinmal wie zerschmettert wirkte. Die Idee, dass ich in dieser Zwischenphase für immer hängen würde, ohne, dass man was machen könnte, das war wirklich schrecklich und mir fällt immer und immer weiter auf wie schlecht es mir letztes Jahr ging.
Ich würde sagen, dass ich eigentlich eine Person bin, die immer versucht das Positive zu sehen oder in einem Gespräch unter vetrauten schnell einen Spaß auf den Lippen hat. Man könnte sagen, dass ich gerne rede ;) und viel und es liebe, wenn Menschen über meine Geschichte lachen und sie strahlen und mir gerne zuhören. Im letzten Jahr habe ich ganz viel einfach nur daneben gesessen und viel Zeit damit verbracht über meine Zukunft nachzudenken und über die Gesellschaft. Über Inklusion und die Illusion, die dieses Wort in so vielen Fällen beinhaltet.
Jeder redet darüber, aber niemand macht den Anfang.
Mit einer heftigen Wut im Bauch - eben, weil mir alles wehtat - habe ich hier gesessen und mich gefragt, warum zum Henker die Gesellschaft von mir verlangt, dass ich perfekt bin. Warum ist da in mir dieser unbändiger Wunsch gewesen zu hören wie meine Mitstudierenden, wie meine Freunde bei meinem Hobby?
Ist es zuviel verlangt - auch von einem selbst?
Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Optionen habe:
Entweder ich höre besser, damit ich das leisten kann, was die Gesellschaft von mir will.
Oder ich muss meine Ziele runterschrauben, damit ich das mache, was die Gesellschaft mir ermöglicht.
Und das sind Gedanken, die wütend machen, die in mir alles auflodern lassen. Dieser ganze Kampf mit der Krankenkasse, dieses Nein - Nein - Nein- Nein und plötzlich Ja. Ernsthaft. Wenn die ersten 4x Nein gerechtfertigt gewesen sind, warum ist dann das 5x mal ein Ja? Wir haben der Krankenkasse nicht plötzlich mehr Informationen zur Verfügung gestellt. Das hat mich häufig glauben lassen, dass ich keine andere Wahl habe als mein Studium abzubrechen.
Es gab eine sehr traurige und emotionale Phase im letzten Jahr als ich dann auch herausgefunden habe, dass es in meinem Freundeskreis die ein oder andere Meinung dazu gäbe, dass ich besser das machen sollte, was *andere* für das Richtige für mich halten. Meine Ohren würden mir den Weg versperren und deswegen sei es besser, dass ich woanders hingehe. Ich muss nicht sagen, dass das dazu geführt hat, dass ich mal ein bisschen in meinem Vertrauens- und Freundeskreis-Haushalt aufgeräumt habe.
Niemand mit einer Beeinträchtigung, und sei es auch nur, weil man einen chronisch eingewachsenen Nagel hat, sollte sich von jemanden sagen lassen, was er kann und was er nicht kann.
Kämpfen lohnt sich immer, auch, wenn man hinterher auf das Ergebnis blickt und traurig ist um die Energie, die man hineinstecken musste. Weil wenn man sich umsieht, dann fragt man sich unweigerlich - 'Wenn es anders wäre, hätte ich dann auch solche Probleme?' Man stellt sich einfach vor, dass alles besser wäre, und solche Gedanken tun ziemlich weh, weil sie aus dem tiefen Wunsch entstehen ein zufriedenes Leben zu führen.
Jeder von uns, egal, ob mit oder ohne Beeinträchtigung hat solche Gedanken, oder? Sie sind nicht auf eine Behinderung beschränkt, oder auf einen einmaligen seelischen oder/und emotionalen Zustand.
Ich weiß nur nicht, ob es aufmunternder ist zu sagen:
"Wenn ich normal wäre, dann hätte ich das Problem nicht und das wünsche ich mir."
Oder:
"Wenn ich normal wäre, dann hätte ich andere Probleme und jedes Problem wäre mir lieber als das hier"
Hm.
Zurück bleibt da doch nur die Wut, dass man sich selbst so gegeißelt hat.
Und dann diese kleinen Funken Hoffnung, die nach der Wut übrigbleiben.
Es wird nicht perfekt werden. Ich werde nicht perfekt sein. Ich werde nicht normal sein. Ich bleibe diese Frau, die nicht richtig hört, die unsicher lacht, wenn sie etwas nicht verstanden hat und versucht mit Köpfchen ihren persönlichen Lückentext der Konversation auszugleichen.
Aber ich lasse eine Menge Hoffnungslosigkeit hinter mir und verlasse die ersten Schlachtfelder des Krieges um meine Zukunft, wie ich sie mir vorstelle, als Gewinnerin. Leicht werden wird es nicht.
Aber für mich fängt ganz in diesem Sinne 2014 als ein völlig neuer Lebensabschnitt an.
Passend zu diesem Thema und zu diesem Aufschwung ist wohl auch noch, dass ich mittlerweile einen Job gefunden habe. Naja, der Job hat mich gefunden. Wenn man so will. An einem sehr schönen und wichtigen Museum in Münster werde ich als eine Art Vermittlerin zwischen den schwerhörigen Gästen und der hörenden Verwaltung sein. Und ich werde Führungen für schwerhörige Schulklassen leiten. Das ist etwas viel größeres, als ich jetzt gerade schreiben kann.
Was ich eigentlich sagen wollte (Woah, das war ein ganz schöner Seelentanz):
Zu Lachen und zu Hoffen und zu wissen, dass das, was kommt irgendwie nur noch besser werden kann nach diesem trubeligen Jahr 2013, tut richtig gut und für alle, die in Zukunft noch mal vorhaben mir zu sagen, was ich kann und nicht kann:
Ich beiße.
Ich wünsche euch das Beste!
Ich melde mich natürlich ;)
Eure Katharina mit ihrem zurZeit noch doofen, linken Ohr, was morgen wohl sein blaues Wunder erleben wird - ob positiv oder negativ
Der Blog über meine Tieftonschwerhörigkeit und das Cochlea Implantat. ... man hat ja noch nicht alles gehört!
Sonntag, 2. März 2014
Freitag, 14. Februar 2014
Pieksen, Messen, Warten
Hallo meine lieben Andershörer,
ich hoffe, dass ihr die Woche gut überstanden habt! Bei mir geht es weiter bergauf, auch, wenn sich leider mein Gesichtsnerv etwas entzündet hat und ich deshalb eine etwas träge linke Gesichtshälfte habe und einen schmerzenden Kiefer dadurch. Na - geht alles vorbei, sei ja alles eine Geldudssache :)
Heute möchte ich euch von den Untersuchungen vor der OP berichten - es erwarten euch spannende Dinge in Hannover, die manchmal sogar Adrenalin-Fördernd sind (so mancher Gleichgewichtstest zum Beispiel).
0.1. Die Ankunft
Wir sind schon mit Wohnmobil einen Tag vorher angereist und hatten deswegen keine Probleme - aber morgens kamen wir dann doch ein bisschen ins Schwitzen - man soll sich nämlich BIS 10 Uhr auf der Station melden. Davor allerdings muss man durch die Anmeldung - und die ist tückisch. Wir saßen also schon unsere 30 Minuten bevor wir zur Anmeldung konnten. Aber wir waren ganz pünktlich auf Station :) Und dann heißt es ersteinmal warten und bloß nicht die Station verlassen am ersten Tag!
1. Tag
Es wurde zuerst eine Röngtenaufnahme vom Kopf gemacht und anschließend dann noch ein kleiner Hörtest. Keine Zweistunden Session in diesen kleinen Kabinen - nein, ein kurzer, schmerzloser Hörtest.
Zum Hörtest gehören auch ganz viele Gleichgewichtstest. Man muss einige kleine Übungen machen, nicht weiter tragisch, und bekommt anschließend im Liegen warmes (und/oder kaltes) Wasser in beide Ohren. Eine Spezialbrille nimmt dann die Augenbewegungen auf und schaut, ob das Gleichgewichtsorgan wirklich gut funktioniert.
Bei mir dreht sich bereits alles beim warmen Wasser und ich werde vom kalten Wasser verschont. Einige sollen an dieser Stelle sich auch schon übergeben haben. Ich hab kein Problem. Es dreht sich halt alles :)
Dazu waren schon allerhand Informationsgespräche mit Ärzten und Assistenten dran. Meine Zimmernachberinnen sind sehr nett und ich unterhalte mich gerne mit ihnen :) Eine von ihnen hat bereits morgen ihre Operation und hat bereits ein CI. Wir sind alle in dem Zimmer quasi Einohren und alle im gleichen Alter. Da muss sich die Klinik gefreut haben.
Am Nachmittag darf ich noch von der Klinik rüber zum Hörzentrum - ich hab mein Gespräch zur CI-Auswahl. Und da nehm ich die Zügel in die Hand und erkläre, warum denn Med-El für mich die richtige Lösung sei. Mir wird auch genau das Gerät empfohlen. Beim Test, welches CI denn hinter meine Ohren kommt, stellen wir auch fest, dass MED-EL auch hier die richtige Lösung ist, weil ich habe sehr eng anliegende und kleine Ohren :) Öhrchen.
Was mich überrascht und gefreut hat ist, dass man bei MED-EL gleich 2 Sprachprozessoren bekommt. Das sind die Dinger, die dann am Kopf sind, und nicht das was innen drin ist. Die sind technisch Identisch, nur das Aussehen und Anbringen unterscheidet sich. Zum Einen ist es der normale Hinter-dem-Ohr-Prozessor mit der Spule und dem kleinen Magneten dran und zum Anderen ist es nur ein kleines, rundes Ding. Das nennen sie Single-Unit-Prozessor und hat den Magneten gleich dran - und das Mikro.
2.Tag
Heute steht das sogenannte BERA und der Nadeltest an. Außerdem noch ein richtig witziger Gleichgewichtstest, der allem vorweggeht.
Dort wurde ich in ein Gestell *gespannt* (damit man nicht hinfällt). Man geht quasi in eine Telefonzelle mit runden Wänden, nur hinter einem ist keine Wand. Und man steht auf einer Beweglichen Plattform, die vom Computer gesteuert wird. Man soll also jetzt immer geradeaus blicken und dann bewegt sich mal Wand, mal Boden. Ziel ist es, das Gleichgewicht zu halten. Ha! Gar nicht so einfach. Einmal bin ich sogar von der Plattform gefallen und hing dann in den Seilen ;)
Dann ging es zum BERA - das ist ein soganennter objektiver Hörtest. Bei ihm werden Elektroden an die Stirn geklebt und man bekommt einen Kopfhörer auf. Die Elektroden beobachten die Gehirnströme, also die Aktivität des Gehirns, wenn dann also Geräusche wahrgenommen werden.
Bei diesem Test ist dann bei mir endgültig geklärt worden, wie stark das Gehört auf der linken und rechten Seite beeinträchtigt ist.
Dann ging es wohl zu der unangenehmsten Untersuchung - dem Nadeltest. Das ist darum unangenehm, weil es sich schon bei der Erklärung, was gemacht wird, schon anfühlt, als würde man ganz sicher sterben. Mit einer Nadel wird dann nämlich das Trommelfell durchstochen und die Nadel wird etwas tiefer in das Ohr eingeführt. Mit den Elektroden auf dem Kopf wird dann Strom auf die Nadel gegeben, und es wird getestet, ob ein Höreindruck entstehen kann. Auch das ist nicht ganz angenehem. Es fühlt sich an, als würde es in einem Vibrieren und die Nasen fühlt sich an, als wenn sie zuschwellen würde. Die Beste lachte, als ich es ihr erzählte und meinte, sie hätten mich einer halben Lobotomie unterzogen. Aber ganz so schlimm war es dann doch nicht. Das Trommelfell wird von außen auch betäubt, so, dass es wiederrum nicht ganz so schmerzhaft ist, wie es sein könnte. Nicht angenehm. Aber schnell vorbei. Zuviel Panik braucht man nicht haben. Es hat doch deutlich weniger weh getan, als man es sich vorstellt. So ein bisschen so, als wenn man eine Blutspendenadel bekommt.
Dann gegen Abend ist dann das letzte Gespräch mit dem Arzt - und da war es dann amtlich. Mein linkes Ohr ist platt und unbrauchbar, das Restgehör so gering, dass man von taub spricht. Es wird ein Kreuz hinter mein Ohr gemacht und der Arzt verabschiedet sich mit den Worten: "Und wenn jemand an Ihr anderes Ohr will, dann treten und beißen und mit Latschen werfen."
An dem Abend hab ich eine Beruhigungstablette bekommen, damit ich besser schlafen kann. Und die war auch ganz schön nötig, selbst mit ihr habe ich wirklich schlecht geschlafen.
3. Tag
Hier steht ja dann wohl die OP an. Ich kann man an den Tag selbst kaum noch richtig erinnern. Man geht natürlich nüchtern hinein und wartet dann, bis man dran ist. Schließlich bin ich erst um 12 dran. Aber um 10.30 holen sie mich auch schon ab. Man bekommt eine Tablette, mit der einem wirklich alles ein bisschen egal wird. Man hat so ein Hemdchen vom Krankenhaus an, wird mit seinem Bett abgeholt. Und ich hatte vielleicht eine Angst! Meine liebe Mama ist bis zum Aufzug mitgekommen und ich weiß auch noch, dass ich ein bisschen geweint habe. Das war meine erste OP in meinem Leben, da ist das ja schon erlaubt, dass man ein bisschen Angst hat :)
Ich bin mir eigentlich sicher, vom Zeitpunkt wo ich dann unten ankam bis hin zu der Aufforderung doch einfach mal selbst auf den OP-Tisch zu krabbeln, wach gewesen bin. Aber OP Start war Punkt 12 Uhr.
Scheinbar habe ich unten hin und wieder geschlafen, ohne, dass ich es gemerkt habe. Das war quasi so ein großer vorraum, wo auch schon ein bisschen stau war. Da waren noch andere Patienten, die wohl auf die eine oder ander OP gewartet haben. Und alle haben sie geschlafen. Ich weiß noch, wie ich die ganze Zeit gedacht habe: Nein, ich schlafe nicht!
Zur Narkose haben sie mich dann gefragt, ob eine angehende Ärztin meinen Zugang legen darf - und ich hab ganz gefällig und ein wenig unter Drogen natürlich zugestimmt ("Schließlich soll aus Ihnen auch mal eine richtige Ärztin werden"), die hat dann so ein bisschen länger rumgestochen, bis sie eine Vene gefunden hat. So lange, dass man sich mit mir dann noch unterhalten wollte.
Die liebe Ärztin fragte mich dann, was denn mein Hobby sei - und weil mein Hobby ja so ein bisschen etwas abgedreht uns seltener ist (das nennt sich larp - das ist live-action-role-play, also Rollenspiel. Eine Art Improvisationstheater) habe ich sie ganz benommen angesehen und ihr gesagt, dass "das für Sie ein bisschen zu kompliziert ist... oder kennen Sie sich mit Larp aus? Nein? Darf ich dann einfach von meiner geplanten Hochzeit reden? Ich heirate nämlich bald richtig schön kirchlich!"
Also durfte ich dann auch von der kleinen Kapelle erzählen, in der das stattfinden wird, und dass wir auch schon den Raum gefunden haben in dem die Feier stattfinden wird. Ich hab erzählt, dass ich noch ein Brautkleid suche.
Und zack, werde ich wieder wach :)
Und die haben mich gerade geweckt, als ich mir die Tischdeko auf der Hochzeit genau ansehen wollte :D
Es ging wirklich schnell vorbei. Man merkt es selbst einfach nicht.
Im Aufwachraum muss ich echt neben der Spur gewesen sein, aber eben ganz lieb. Ich hab viel gelächelt und gelacht und mit den Leuten geredet. Ich habe anderen Patienten zugewunkten und immer, wenn man mir gesagt hat, dass ich noch etwas schlafen soll, hab ich ganz energisch "Nein" gesagt. Nein, schlafen wollte ich nicht.
Für mein Empfinden bin ich ganz schnell wieder auf die Station gekommen, wo dann auch erstmal meine Eltern nicht da waren, die hab ich dann aber mit unleserlichen Texten im Whatsapp (Handy-sms-Programm) dazu gebracht zu mir zu kommen. Und da habe ich dann doch wieder betont gesagt, dass ich nicht schlafen möchte. So richtig erinneren tue ich mich nicht daran, aber ich war wohl ziemlich 'high' und breit. Das war der Rausch meines Lebens. Ich habe sogar etwas auf Facebook gepostet, was ich mit lachen am nächsten Tag entdeckt habe! Ich habe mich mit Leuten per Whatsapp unterhalten und mich am nächsten Tag noch köstlich amüsiert, was ich da geschrieben habe :)
Schmerzen hatte ich noch keine, es fühlte sich an wie eine Mittelohrentzündung, aber ganz weit weg eben. Nichts schlimmes. Man hatte lediglich einen ziemlichen Druck auf den Kopf :)
So meine lieben!
Fortsetzung folgt :)
Eure Katharina
ich hoffe, dass ihr die Woche gut überstanden habt! Bei mir geht es weiter bergauf, auch, wenn sich leider mein Gesichtsnerv etwas entzündet hat und ich deshalb eine etwas träge linke Gesichtshälfte habe und einen schmerzenden Kiefer dadurch. Na - geht alles vorbei, sei ja alles eine Geldudssache :)
Heute möchte ich euch von den Untersuchungen vor der OP berichten - es erwarten euch spannende Dinge in Hannover, die manchmal sogar Adrenalin-Fördernd sind (so mancher Gleichgewichtstest zum Beispiel).
0.1. Die Ankunft
Wir sind schon mit Wohnmobil einen Tag vorher angereist und hatten deswegen keine Probleme - aber morgens kamen wir dann doch ein bisschen ins Schwitzen - man soll sich nämlich BIS 10 Uhr auf der Station melden. Davor allerdings muss man durch die Anmeldung - und die ist tückisch. Wir saßen also schon unsere 30 Minuten bevor wir zur Anmeldung konnten. Aber wir waren ganz pünktlich auf Station :) Und dann heißt es ersteinmal warten und bloß nicht die Station verlassen am ersten Tag!
1. Tag
Es wurde zuerst eine Röngtenaufnahme vom Kopf gemacht und anschließend dann noch ein kleiner Hörtest. Keine Zweistunden Session in diesen kleinen Kabinen - nein, ein kurzer, schmerzloser Hörtest.
Zum Hörtest gehören auch ganz viele Gleichgewichtstest. Man muss einige kleine Übungen machen, nicht weiter tragisch, und bekommt anschließend im Liegen warmes (und/oder kaltes) Wasser in beide Ohren. Eine Spezialbrille nimmt dann die Augenbewegungen auf und schaut, ob das Gleichgewichtsorgan wirklich gut funktioniert.
Bei mir dreht sich bereits alles beim warmen Wasser und ich werde vom kalten Wasser verschont. Einige sollen an dieser Stelle sich auch schon übergeben haben. Ich hab kein Problem. Es dreht sich halt alles :)
| Single-Unit-Prozessor |
| Das Paket |
Was mich überrascht und gefreut hat ist, dass man bei MED-EL gleich 2 Sprachprozessoren bekommt. Das sind die Dinger, die dann am Kopf sind, und nicht das was innen drin ist. Die sind technisch Identisch, nur das Aussehen und Anbringen unterscheidet sich. Zum Einen ist es der normale Hinter-dem-Ohr-Prozessor mit der Spule und dem kleinen Magneten dran und zum Anderen ist es nur ein kleines, rundes Ding. Das nennen sie Single-Unit-Prozessor und hat den Magneten gleich dran - und das Mikro.
2.Tag
Heute steht das sogenannte BERA und der Nadeltest an. Außerdem noch ein richtig witziger Gleichgewichtstest, der allem vorweggeht.
Dort wurde ich in ein Gestell *gespannt* (damit man nicht hinfällt). Man geht quasi in eine Telefonzelle mit runden Wänden, nur hinter einem ist keine Wand. Und man steht auf einer Beweglichen Plattform, die vom Computer gesteuert wird. Man soll also jetzt immer geradeaus blicken und dann bewegt sich mal Wand, mal Boden. Ziel ist es, das Gleichgewicht zu halten. Ha! Gar nicht so einfach. Einmal bin ich sogar von der Plattform gefallen und hing dann in den Seilen ;)
Dann ging es zum BERA - das ist ein soganennter objektiver Hörtest. Bei ihm werden Elektroden an die Stirn geklebt und man bekommt einen Kopfhörer auf. Die Elektroden beobachten die Gehirnströme, also die Aktivität des Gehirns, wenn dann also Geräusche wahrgenommen werden.
Bei diesem Test ist dann bei mir endgültig geklärt worden, wie stark das Gehört auf der linken und rechten Seite beeinträchtigt ist.
Dann ging es wohl zu der unangenehmsten Untersuchung - dem Nadeltest. Das ist darum unangenehm, weil es sich schon bei der Erklärung, was gemacht wird, schon anfühlt, als würde man ganz sicher sterben. Mit einer Nadel wird dann nämlich das Trommelfell durchstochen und die Nadel wird etwas tiefer in das Ohr eingeführt. Mit den Elektroden auf dem Kopf wird dann Strom auf die Nadel gegeben, und es wird getestet, ob ein Höreindruck entstehen kann. Auch das ist nicht ganz angenehem. Es fühlt sich an, als würde es in einem Vibrieren und die Nasen fühlt sich an, als wenn sie zuschwellen würde. Die Beste lachte, als ich es ihr erzählte und meinte, sie hätten mich einer halben Lobotomie unterzogen. Aber ganz so schlimm war es dann doch nicht. Das Trommelfell wird von außen auch betäubt, so, dass es wiederrum nicht ganz so schmerzhaft ist, wie es sein könnte. Nicht angenehm. Aber schnell vorbei. Zuviel Panik braucht man nicht haben. Es hat doch deutlich weniger weh getan, als man es sich vorstellt. So ein bisschen so, als wenn man eine Blutspendenadel bekommt.
Dann gegen Abend ist dann das letzte Gespräch mit dem Arzt - und da war es dann amtlich. Mein linkes Ohr ist platt und unbrauchbar, das Restgehör so gering, dass man von taub spricht. Es wird ein Kreuz hinter mein Ohr gemacht und der Arzt verabschiedet sich mit den Worten: "Und wenn jemand an Ihr anderes Ohr will, dann treten und beißen und mit Latschen werfen."
An dem Abend hab ich eine Beruhigungstablette bekommen, damit ich besser schlafen kann. Und die war auch ganz schön nötig, selbst mit ihr habe ich wirklich schlecht geschlafen.
3. Tag
Hier steht ja dann wohl die OP an. Ich kann man an den Tag selbst kaum noch richtig erinnern. Man geht natürlich nüchtern hinein und wartet dann, bis man dran ist. Schließlich bin ich erst um 12 dran. Aber um 10.30 holen sie mich auch schon ab. Man bekommt eine Tablette, mit der einem wirklich alles ein bisschen egal wird. Man hat so ein Hemdchen vom Krankenhaus an, wird mit seinem Bett abgeholt. Und ich hatte vielleicht eine Angst! Meine liebe Mama ist bis zum Aufzug mitgekommen und ich weiß auch noch, dass ich ein bisschen geweint habe. Das war meine erste OP in meinem Leben, da ist das ja schon erlaubt, dass man ein bisschen Angst hat :)
Ich bin mir eigentlich sicher, vom Zeitpunkt wo ich dann unten ankam bis hin zu der Aufforderung doch einfach mal selbst auf den OP-Tisch zu krabbeln, wach gewesen bin. Aber OP Start war Punkt 12 Uhr.
Scheinbar habe ich unten hin und wieder geschlafen, ohne, dass ich es gemerkt habe. Das war quasi so ein großer vorraum, wo auch schon ein bisschen stau war. Da waren noch andere Patienten, die wohl auf die eine oder ander OP gewartet haben. Und alle haben sie geschlafen. Ich weiß noch, wie ich die ganze Zeit gedacht habe: Nein, ich schlafe nicht!
Zur Narkose haben sie mich dann gefragt, ob eine angehende Ärztin meinen Zugang legen darf - und ich hab ganz gefällig und ein wenig unter Drogen natürlich zugestimmt ("Schließlich soll aus Ihnen auch mal eine richtige Ärztin werden"), die hat dann so ein bisschen länger rumgestochen, bis sie eine Vene gefunden hat. So lange, dass man sich mit mir dann noch unterhalten wollte.
Die liebe Ärztin fragte mich dann, was denn mein Hobby sei - und weil mein Hobby ja so ein bisschen etwas abgedreht uns seltener ist (das nennt sich larp - das ist live-action-role-play, also Rollenspiel. Eine Art Improvisationstheater) habe ich sie ganz benommen angesehen und ihr gesagt, dass "das für Sie ein bisschen zu kompliziert ist... oder kennen Sie sich mit Larp aus? Nein? Darf ich dann einfach von meiner geplanten Hochzeit reden? Ich heirate nämlich bald richtig schön kirchlich!"
Also durfte ich dann auch von der kleinen Kapelle erzählen, in der das stattfinden wird, und dass wir auch schon den Raum gefunden haben in dem die Feier stattfinden wird. Ich hab erzählt, dass ich noch ein Brautkleid suche.
Und zack, werde ich wieder wach :)
Und die haben mich gerade geweckt, als ich mir die Tischdeko auf der Hochzeit genau ansehen wollte :D
Es ging wirklich schnell vorbei. Man merkt es selbst einfach nicht.
Im Aufwachraum muss ich echt neben der Spur gewesen sein, aber eben ganz lieb. Ich hab viel gelächelt und gelacht und mit den Leuten geredet. Ich habe anderen Patienten zugewunkten und immer, wenn man mir gesagt hat, dass ich noch etwas schlafen soll, hab ich ganz energisch "Nein" gesagt. Nein, schlafen wollte ich nicht.
Für mein Empfinden bin ich ganz schnell wieder auf die Station gekommen, wo dann auch erstmal meine Eltern nicht da waren, die hab ich dann aber mit unleserlichen Texten im Whatsapp (Handy-sms-Programm) dazu gebracht zu mir zu kommen. Und da habe ich dann doch wieder betont gesagt, dass ich nicht schlafen möchte. So richtig erinneren tue ich mich nicht daran, aber ich war wohl ziemlich 'high' und breit. Das war der Rausch meines Lebens. Ich habe sogar etwas auf Facebook gepostet, was ich mit lachen am nächsten Tag entdeckt habe! Ich habe mich mit Leuten per Whatsapp unterhalten und mich am nächsten Tag noch köstlich amüsiert, was ich da geschrieben habe :)
Schmerzen hatte ich noch keine, es fühlte sich an wie eine Mittelohrentzündung, aber ganz weit weg eben. Nichts schlimmes. Man hatte lediglich einen ziemlichen Druck auf den Kopf :)
So meine lieben!
Fortsetzung folgt :)
Eure Katharina
Labels:
Cochlea-Implantat,
Hannover,
IMPLANTIERT,
Narkose,
Witz
Montag, 10. Februar 2014
Lebenszeichen!
Hallo meine lieben, lieben Andershörer,
nach Bangen, Weinen, Zähneknirschen,
Angsthaben, Schlechtschlafen, Ankommen, Vorbereiten, Nachbereiten,
Lachen, Weinen, Nachhausekommen, Schlechtschlafen, Weinen, Warten,
Tasten, Fühlen, Warten, Weinen, Besserschlafen, Gutschlafen,
Ausschlafen und über ein paar andere Stationen ist es jetzt endlich
soweit.
Ich bin wieder einigermaßen Fit, so,
dass ich hier mit meinem Bericht anfangen kann.
Vorweg möchte ich mich noch einmal für
die liebe, liebe, liebe Unterstützung von euch Allen danken! Vom
ersten Gedanken bis zur letzten Schmerztablette habt ihr mir Mut
zugesprochen, mich angehört und mir Rat gegeben. Ihr habt euch mit
mir aufgeregt und mit mir Hoffnung gemacht.
Ihr habt mir gesagt, dass „wird
schon“ und „mach dir keine Sorgen“. Ihr habt mir gesagt, „alles
wird Gut“ und „alles wird wieder besser“.
Ich kann euch schon einmal ein bisschen
verraten, falls ihr es noch nicht wusstet: Ich bin am 29.01.2014 in
Hannover operiert worden. Und es ist, weil mir eben auch rechts die
tiefen Töne fehlen, ein MED-EL geworden. Wie gewünscht eben.
Ich möchte euch hier ja einen
Ablaufbericht geben, eben vom ersten Tag in Hannover bis zum Letzten,
damit die, die hierher finden, weil sie nach Informationen suchen
(damit sie nicht ganz so Ahnungslos darein reiten wie ich) eben das
auch finden.
Ich hoffe, dass ich manchem die Angst
nehmen kann oder euch eben diesen gigantischen Schritt beschreiben
kann.
Ich werde in den nächsten Tagen immer
wieder etwas schreiben – das alles zusammenzumachen ist ein
bisschen zuviel – dafür bin ich dann doch noch ein bisschen zu
duselig und müde.
Aber die OP ist gut verlaufen, es gab
keine Komplikationen und das bisschen an Nachwirkungen, was da ist,
das wird die nächsten Wochen bis Monate besser.
Ich werde die Tage vor der OP in einen
Post zusammenfassen und dann meinen sicherlich nicht unwizigen
Bericht der OP und die Zeit nach der OP (kleiner Vorgeschmack: Bei
der Visite sagte der Arzt zu mir: 'Ich habe hier stehen, dass Sie im
Aufwachraum 'niedlich' waren und es Ihnen wirklich sehr gut ging' Ich
versichere euch – mir ging es so gut, das war beinahe kriminell!)
Und in einem weiteren Bericht werde ich
euch dann so ein bisschen die Zeit nach der OP zuhause verklickern.
Da ist es gut, wenn man ein bisschen Zeit zum Genesen hat, weil die
Erinnerung schönt es.
So eine OP ist kein Spaziergang und für
kleine Schmerzmimosen wie mich ganz sicherlich nicht das Angenehmste.
Aber mein doofes Ohr wollte ja nicht hören – dann muss es eben
lernen ;)
In dem Sinne!
Bis die Tage!
Eure Katharina
Donnerstag, 16. Januar 2014
Und nicht mehr lange warten...
Hallo meine lieben Andershörer!
Vor über einem Jahr bin ich zum Akustiker gegangen, weil mir aufgefallen ist, dass es nicht mehr geht mit meinen Hörgeräten.
Ich hab dann Cross-Hörgeräte ausprobiert und war dann mit dem vielen Lärm auf der rechten Seite einfach überfordert. Ich habe Ultrapower-Geräte ausprobiert, die wirklich so ein paar Tönchen zurückgebracht haben - aber mehr ist nicht rumgekommen.
Mensch... das letzte Jahr war vielleicht durcheinander - zwei verpasste Semester, super viel Stress mit der Krankenkasse. Wartezeiten, die so zäh wie Gummi waren.
Ich bin mir sicher, dass sich meine Klinik genauso sturr gestellt hat, wie die Kasse.
Irgendwie hab ich da mal witzelnd im April letztes Jahr gesagt, dass die Krankenkasse mir das CI dann zu Weihnachten schenkt. Irgendwie sieht das jetzt so aus.
Ich habe mittlerweile meinen Termin bekommen - und der ist so bald, dass da andere Termine ganz schön drunter zu leiden haben! Aber das scheint mir irgendwo eine Art Luxusmeckern zu sein.
Ein bisschen zuviel kann es einen schon werden.
Ich werde am 27.01. in Hannover ins Krankenhaus gehen - und geplant ist wohl, dass dann am 30.1. die OP ist.
So ein bisschen aufgeregt bin ich schon - aber noch lange nicht wirklich.
Ein paar Arzttermine hatte ich bis jetzt schon - einfach so eine Art Vorcheck, damit sich jetzt keine Infektionen irgendwo bilden. Mit nem Schnupfen will ich da nicht hin :D man darf sich hinterher drei Wochen lang nicht die Nase schnäutzen!!!
Also. Schnupfen ist demnach ziemlich unpraktisch :)
Ich habe mich auch ganz für mich selbst mittlerweile für ein CI-System entschieden - natürlich muss ich da noch mit den Ärzten in Hannover drüber reden, aber man sucht sich eh die Katze aus dem Sack aus - man kann es ja nicht Probehören.
Ich habe mich jetzt ziemlich ausführlich informiert und habe mich für das System von MED-EL erstmal entschieden.
Das ist das einzige System, welches auch die tiefen Töne meiner Meinung nach wirklich anspricht, weil auch die tiefen der Cochlea anständig angesprochen werden.
Darüber hinaus liebe ich Musik und mache Musik und habe viel Leute, die Musik machen um mich herum... und darauf ist das MED-EL System einfach auch ein bisschen aufgebaut.
Ich habe einen sehr interessanten Blog gefunden - weak ears in germany - dort kann hat Jürgen sehr genau recherchiert und aufgestellt, was die einzlenen CI-Systeme so können. Sein Blog hat mir ziemlich weitergeholfen und darum sag ich euch: Wenn ihr selbst interessiert seid, was da wohl für Technik ist, oder wenn ihr auch wissen wollt, wie das Leben mit CI und alles drum und dran so ist, dann loht es sich, seinen Blog zu besuchen!
Hier ist sein CI-Vergleich von 2013!
So ein ganz kleines Nebenplus zu MED-EL ist die Optik - man kann hier in Deutschland so Skins für die Hülle anfertigen lassen, die man einfach auf das Gehäuse klebt :> So kann es dann auchssehen:
Ich mag Pünktchen :) Aber das ist natürlich noch ziemliche Zukunftsaussichten. Ich sollte es mal mit einem Schritt nach dem nächsten Probieren!
Ich werde mich aus Hannover wieder bei euch Melden!
Unter anderen mit der Horrogeschichte von: Die goldene Haarsträhne weniger!
Euch alles Liebe!
Katharina
Vor über einem Jahr bin ich zum Akustiker gegangen, weil mir aufgefallen ist, dass es nicht mehr geht mit meinen Hörgeräten.
Ich hab dann Cross-Hörgeräte ausprobiert und war dann mit dem vielen Lärm auf der rechten Seite einfach überfordert. Ich habe Ultrapower-Geräte ausprobiert, die wirklich so ein paar Tönchen zurückgebracht haben - aber mehr ist nicht rumgekommen.
Mensch... das letzte Jahr war vielleicht durcheinander - zwei verpasste Semester, super viel Stress mit der Krankenkasse. Wartezeiten, die so zäh wie Gummi waren.
Ich bin mir sicher, dass sich meine Klinik genauso sturr gestellt hat, wie die Kasse.
Irgendwie hab ich da mal witzelnd im April letztes Jahr gesagt, dass die Krankenkasse mir das CI dann zu Weihnachten schenkt. Irgendwie sieht das jetzt so aus.
Ich habe mittlerweile meinen Termin bekommen - und der ist so bald, dass da andere Termine ganz schön drunter zu leiden haben! Aber das scheint mir irgendwo eine Art Luxusmeckern zu sein.
Ein bisschen zuviel kann es einen schon werden.
Ich werde am 27.01. in Hannover ins Krankenhaus gehen - und geplant ist wohl, dass dann am 30.1. die OP ist.
So ein bisschen aufgeregt bin ich schon - aber noch lange nicht wirklich.
Ein paar Arzttermine hatte ich bis jetzt schon - einfach so eine Art Vorcheck, damit sich jetzt keine Infektionen irgendwo bilden. Mit nem Schnupfen will ich da nicht hin :D man darf sich hinterher drei Wochen lang nicht die Nase schnäutzen!!!
Also. Schnupfen ist demnach ziemlich unpraktisch :)
Ich habe mich auch ganz für mich selbst mittlerweile für ein CI-System entschieden - natürlich muss ich da noch mit den Ärzten in Hannover drüber reden, aber man sucht sich eh die Katze aus dem Sack aus - man kann es ja nicht Probehören.
Ich habe mich jetzt ziemlich ausführlich informiert und habe mich für das System von MED-EL erstmal entschieden.
Das ist das einzige System, welches auch die tiefen Töne meiner Meinung nach wirklich anspricht, weil auch die tiefen der Cochlea anständig angesprochen werden.
Darüber hinaus liebe ich Musik und mache Musik und habe viel Leute, die Musik machen um mich herum... und darauf ist das MED-EL System einfach auch ein bisschen aufgebaut.
Ich habe einen sehr interessanten Blog gefunden - weak ears in germany - dort kann hat Jürgen sehr genau recherchiert und aufgestellt, was die einzlenen CI-Systeme so können. Sein Blog hat mir ziemlich weitergeholfen und darum sag ich euch: Wenn ihr selbst interessiert seid, was da wohl für Technik ist, oder wenn ihr auch wissen wollt, wie das Leben mit CI und alles drum und dran so ist, dann loht es sich, seinen Blog zu besuchen!
Hier ist sein CI-Vergleich von 2013!
So ein ganz kleines Nebenplus zu MED-EL ist die Optik - man kann hier in Deutschland so Skins für die Hülle anfertigen lassen, die man einfach auf das Gehäuse klebt :> So kann es dann auchssehen:
Ich werde mich aus Hannover wieder bei euch Melden!
Unter anderen mit der Horrogeschichte von: Die goldene Haarsträhne weniger!
Euch alles Liebe!
Katharina
Labels:
Cochlea-Implantat,
Hannover,
Implantation,
MED-EL,
WeakearsinGermany
Montag, 23. Dezember 2013
Und mit Weihnachten kommt ein kleines Wunder
Hallo meine lieben Andershörenden,
ich weiß nicht, was plötzlich passiert ist. Es ist wie ein kleines Wunder oder wie ein ganz eigenartiges Weihnachtsgeschenk. Plötzlich kam sie an. Die Meldung, an die ich nicht mehr geglaubt habe.
Plötzlich steht es da, schwarz auf weiß und ich verstehe gar nicht so genau, was das jetzt bedeutet, obwohl es ganz eindeutig klar ist.
Gute Nachrichten, steht da.
Dem Antrag wird stattgegeben. Die Kosten werden in voller Höhe übernommen.
Mehr als ein Halbes Jahr habe ich jetzt gewartet, gestrampelt und die Luft angehalten und häufig den Witz gemacht: "Wetten, die schenken es mir dann zu Weihnachten?"
Ich bin Baff. Weihnachten steht unmittelbar bevor, das letzte Türchen wird morgen aufgemacht und ich fasse es nicht, dass die Krankenkasse und der MDK allen Weihnachtsgeschenken die Show stiehlt. Einfach so - 'Ihr habt ein schönes Geschenk?', sagt die Krankenkasse, 'Na, passt mal auf. Unseres kostet soviel wie ein teures, schickes Auto (mit Rädern und vielleicht in rot), und ist so klein... *mit den Fingern zeig*'
Nein, ich bin wirklich Fassungslos.
So fassungslos, dass ich auch ersteinmal krank geworden bin. Ich weiß es ja schon seit Montag letzte Woche aber ich musste am Dienstag direkt einmal zum HNO-Arzt, der mir prompt eine Mittelohrentzündung diagnostiziert. Ich war also nicht wirklich am PC um es jemanden zu erklären, zu sagen, oder es selbst anständig zu verstehen. Mein Arzt hat gelacht und gemeint, dass ich es meinen Ohren jetzt noch mal geben müsste. Haha!
Der hat nicht mal eine Ahnung, wie sehr mich die letzten Monate fertig gemacht haben. Mein liebster-standesamtlich-bestätigter Verlobter meinte schon die ganze Zeit, dass wenn das erstmal vorbei ist, dann werd ich wohl krank. Ha! Er hat recht gehabt. Die Mittelohrentzündung bewahrt mich wohl vielleicht vor operationstechnischen Schnellschüssen - die muss nämlich jetzt ersteinmal komplett verheilen! Antibiotika (nicht Antibiotiker, wie ich so häufig falsch schreibe, was meiner Besten, die was mit Pharmakram studiert, lachtechnisch immer zur Nahtoderfahrung führt).
Danke, dass ihr da für mich da gewesen seid, ihr Lieben! In ungezwungener und willkürlicher Reihenfolge, danke an das Sternlein für so viel positive Energie! Danke an den besten Kleinen-Violinen-Spieler-der-Welt für soviele 'Das wird schon' und 'Das klappt schon'! Danke an die Beste für die vielen 'Ich hab's dir doch gesagt'! Danke an meinen liebsten standesamtlich-Verlobten für die vielen Umarmungen und Taschentücher! Danke an den Teddy und das Häschen (muhahahah :D) und auch an die ganze wilde VL-Bande :) Oh! Und dem Cyborg-Vereins-Gründer möchte ich auch Danke sagen - eben für die vielen Informationen und das Mutmachen!
Einfach ersteinmal danke, dass ihr da seid. Ich glaube da irgendwie dran, dass wenn es euch nicht gäbe, ich immer noch warten würde.
Ich weiß ja nicht, ob einer von euch den Drohbrief wirklich abgeschickt hat *lach*
Ha!
So.
Dabei ist das ja jetzt erstmal nur das OK der Krankenkasse. Jetzt geht es ja noch weiter. Jetzt brauch ich noch den Termin, und dann muss ich ja noch hinfahren, und dann müssen da noch ein paar Test's gemacht werden. Aber das Okay ist schon mal in der Tasche.
Der Stillstand ist vorbei.
Und jetzt?
Jetzt geht es Vollgas in die Weihnachtspause! Solange werde ich mich ja noch gedulden können - mit meiner Mittelohrentzündung, werde ich mich sogar gedulden müssen!
Aber was solls :) Ich habe solange gewartet.
Ein paar Tage mehr, macht keinen Unterschied mehr.
Ich wünsche euch besinnliche Weihnachten!
Eure Katharina
Montag, 9. Dezember 2013
Lebst du noch oder hörst du schon?
Hallo meine lieben Andershörer,
da ist viel Zeit vergangen, in der ich nichts positives zu berichten habe. Also ja, ich lebe noch, aber hören tue ich immer noch nicht.
Ich habe nur ein MDK-Bericht nach dem Anderen zugeschickt bekommen, und ich darf da ja nicht so wirklich drüber schreiben, was drin steht, aber ich kann ja sagen, was das für Gefühle in mir auslöst.
Diese MDK-Berichte lösen in mir ein sehr negatives Gefühl aus - man fühlt sich nicht als Menschen gesehen, nicht einmal als Patienten oder Versicherter, sondern als eine Akte.
Und ich habe das Gefühl, dass Hannover und der MDK schon etwas länger einen Streit haben. Da werden Audiogramme angefordert, Hannover liefert, was sie haben, dem MDK scheinen diese nicht zu genügen, Hannover sendet mehr und der nächste Gutachter scheint (meinem Gefühl nach, natürlich, ich schreibe ja nichts über den Inhalt dieser Berichte . . . ) dann zu meckern, warum die Dinge denn jetzt doppelt vorliegen, aber etwas, was ihm gefallen würde nicht.
Inklusive der Diskussion, ob man bei einseitiger Problematik denn auch ein CI bekommen sollte nach Richtlinien.
Ich warte jetzt auf meine sozusagen 4. 'Vertröstung' des MDK. Die Dame bei der Krankenkasse kennt meinen (mittlerweile standesamtlichen) Verlobten schon an der Nummer am Telefon und rückt mit Infos raus, ohne, dass er sagen muss, worum es geht.
Da muss sich mein doofes Ohr noch etwas gedulden.
Und ich denke, dass es Zeit wird für mein nächstes Semester einen Schriftdolmetscher zu besorgen - weil ganz Sicher bin ich mir - bis zum nächsten Semesterstart im April werde ich sicherlich noch nicht gut genug hören.
Es sei denn, zu Weihnachten passiert jetzt noch ein Wunder.
Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit!
Eure Katharina
P.S.:
Der Satz "Ach, das wird schon" wurde durch den Satz "Mal schauen..." ersetzt
da ist viel Zeit vergangen, in der ich nichts positives zu berichten habe. Also ja, ich lebe noch, aber hören tue ich immer noch nicht.
Ich habe nur ein MDK-Bericht nach dem Anderen zugeschickt bekommen, und ich darf da ja nicht so wirklich drüber schreiben, was drin steht, aber ich kann ja sagen, was das für Gefühle in mir auslöst.
Diese MDK-Berichte lösen in mir ein sehr negatives Gefühl aus - man fühlt sich nicht als Menschen gesehen, nicht einmal als Patienten oder Versicherter, sondern als eine Akte.
Und ich habe das Gefühl, dass Hannover und der MDK schon etwas länger einen Streit haben. Da werden Audiogramme angefordert, Hannover liefert, was sie haben, dem MDK scheinen diese nicht zu genügen, Hannover sendet mehr und der nächste Gutachter scheint (meinem Gefühl nach, natürlich, ich schreibe ja nichts über den Inhalt dieser Berichte . . . ) dann zu meckern, warum die Dinge denn jetzt doppelt vorliegen, aber etwas, was ihm gefallen würde nicht.
Inklusive der Diskussion, ob man bei einseitiger Problematik denn auch ein CI bekommen sollte nach Richtlinien.
Ich warte jetzt auf meine sozusagen 4. 'Vertröstung' des MDK. Die Dame bei der Krankenkasse kennt meinen (mittlerweile standesamtlichen) Verlobten schon an der Nummer am Telefon und rückt mit Infos raus, ohne, dass er sagen muss, worum es geht.
Da muss sich mein doofes Ohr noch etwas gedulden.
Und ich denke, dass es Zeit wird für mein nächstes Semester einen Schriftdolmetscher zu besorgen - weil ganz Sicher bin ich mir - bis zum nächsten Semesterstart im April werde ich sicherlich noch nicht gut genug hören.
Es sei denn, zu Weihnachten passiert jetzt noch ein Wunder.
Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit!
Eure Katharina
P.S.:
Der Satz "Ach, das wird schon" wurde durch den Satz "Mal schauen..." ersetzt
Labels:
Gedanken,
Krankenkasse,
MDK,
Verzögerung,
Zeit
Dienstag, 8. Oktober 2013
Dafür fehlt mir eine Überschrift
Hallo meine lieben Andershörer!
Da habt ihr geduldig mit mir zusammen die fast vier Wochen tristen Wartens hinter euch gebracht, nur um zu erfahren, was ich heute erfahren habe.
Nein. Es ist keine Ablehnung, aber ganz sicherlich keine Zusage. Es geht viel mehr in die nächste Etappe des Zweifelns für die Krankenkasse, während die Lebenszeit weiterrennt. Bis jetzt ist zwar noch keine Post da gewesen, aber von der Krankenkasse hat man uns heute per Brief mitgeteilt, dass der medizinische Dienst gerne möchte, dass Hannover *noch* einmal belegt, dass Hörgeräte nicht helfen und man soll eine Krankengeschichte aufschreiben, wie es zu meinem Hörverlust gekommen ist.
Blinzel.
Also. Meine Krankengeschichte sieht so aus: Ich war schwerhörig und bin immer schwerhöriger geworden. Hörsturz vor 11 Jahren, und vor etwa einem Jahr hab ich bemerkt, dass irgendwie kaum noch was zu hören ist, habs aber auf die Mikroportanlage geschoben. Und dann irgendwann auf meine Hörgeräte.
Entschuldigung. Ähm... okay. Der Brief ist noch nicht da, ich kann da noch nicht ganz, ganz, ganz genau sagen, wann der MDK möchte. Und das nicht zu wissen oder transparent zu halten ist... naja.
Wir können also damit rechnen, dass wenn wir jetzt alle weiteren Dinge noch mal abgegeben haben, NOCHMAL drei Wochen warten zu dürfen. So richtig aufregen darüber kann ich mich schon gar nicht mehr, weil ich schon resigniert am Seufzen bin. Hannover hat sämtliche Unterlagen mitgeschickt und da Hannover und der MDK bereits so einen kleinen Zickenkrieg miteinander hat, scheint das nur noch eine weitere Runde davon zu sein.
Immerhin hab ich mal wieder was von der Krankenkasse gehört.
Und ihr was von mir.
Wenn ich den Brief habe - entweder heute oder morgen, schreibe ich den nächsten Post und zeig euch mal, was die mal wieder verzapft haben. Ich werd mich dann mal mit meinem Ordner beschäftigen um herauszufinden, wie denn meine 'Ohrenkrankengeschichte' ausgesehen hat. Weil man merkt im Grunde nicht wirklich, wenn einem nach und nach und nach der Ton ausgedreht wird.
Ich meld mich wieder!
Ich versuche mal, mir nicht die Laune verhageln zu lassen :)
Eure Katharina
Labels:
Cochlea-Implantat,
Krankenkasse,
MDK,
Verzögerung,
Zeit
Abonnieren
Posts (Atom)

