Dienstag, 8. Oktober 2013

Dafür fehlt mir eine Überschrift


Hallo meine lieben Andershörer!

Da habt ihr geduldig mit mir zusammen die fast vier Wochen tristen Wartens hinter euch gebracht, nur um zu erfahren, was ich heute erfahren habe.
Nein. Es ist keine Ablehnung, aber ganz sicherlich keine Zusage. Es geht viel mehr in die nächste Etappe des Zweifelns für die Krankenkasse, während die Lebenszeit weiterrennt. Bis jetzt ist zwar noch keine Post da gewesen, aber von der Krankenkasse hat man uns heute per Brief mitgeteilt, dass der medizinische Dienst gerne möchte, dass Hannover *noch* einmal belegt, dass Hörgeräte nicht helfen und man soll eine Krankengeschichte aufschreiben, wie es zu meinem Hörverlust gekommen ist.

Blinzel.

Also. Meine Krankengeschichte sieht so aus: Ich war schwerhörig und bin immer schwerhöriger geworden. Hörsturz vor 11 Jahren, und vor etwa einem Jahr hab ich bemerkt, dass irgendwie kaum noch was zu hören ist, habs aber auf die Mikroportanlage geschoben. Und dann irgendwann auf meine Hörgeräte.
Entschuldigung. Ähm... okay. Der Brief ist noch nicht da, ich kann da noch nicht ganz, ganz, ganz genau sagen, wann der MDK möchte. Und das nicht zu wissen oder transparent zu halten ist... naja.

Wir können also damit rechnen, dass wenn wir jetzt alle weiteren Dinge noch mal abgegeben haben, NOCHMAL drei Wochen warten zu dürfen. So richtig aufregen darüber kann ich mich schon gar nicht mehr, weil ich schon resigniert am Seufzen bin. Hannover hat sämtliche Unterlagen mitgeschickt und da Hannover und der MDK bereits so einen kleinen Zickenkrieg miteinander hat, scheint das nur noch eine weitere Runde davon zu sein.

Immerhin hab ich mal wieder was von der Krankenkasse gehört.
Und ihr was von mir.
Wenn ich den Brief habe - entweder heute oder morgen, schreibe ich den nächsten Post und zeig euch mal, was die mal wieder verzapft haben. Ich werd mich dann mal mit meinem Ordner beschäftigen um herauszufinden, wie denn meine 'Ohrenkrankengeschichte' ausgesehen hat. Weil man merkt im Grunde nicht wirklich, wenn einem nach und nach und nach der Ton ausgedreht wird.

Ich meld mich wieder!
Ich versuche mal, mir nicht die Laune verhageln zu lassen :)

Eure Katharina

Freitag, 6. September 2013

Stolperschritte

Hallo meine lieben Andershörenden,

passend zum schönen Wetter diese Woche gibt es mal wieder was zu berichtet, auch, wenn es nicht viel ist.
Es sind endlich alle Unterlagen zusammen gekommen, alle Anschreiben da, die Untersuchungsergebnisse auch und es ist seit gestern auf den Weg zur Krankenkasse.
Jetzt habe ich eine Woche quasi Zeit, mir mein beinahe schon zwanghaftes Verhalten, dass ich jeden Tag zum Postkasten gehe, wieder abzugewöhnen - danach fängt es ja wieder an, in der Hoffnung, dass alles ganz schnell bearbeitet wird.
Alles in Allem rechne ich mit einer Reaktion in etwa drei bis vier Wochen - ob die Positiv ist, weiß ich auch nicht. Man verfällt schnell wieder in das Denken, dass man es gar nicht braucht, dass alles gut ist und so weiter. Ein Hörgerät reicht ja wohl aus. Schließlich höre ich ja, wenn ich Fernsehn schaue hin und wieder irgendwelche Geräusche links.
Das schreibe ich aber auch nicht zum Ersten Mal :)
Wahrnehmung und Hören sind wohl zwei paar Schuhe, die zwar ähnlich aussehen, aber erstmal unterschiedlich groß und dann auch noch unterschiedlich hoch sind.

Ich hatte ja schon berichtet darüber, dass ein Brief aus Hannover an uns verloren gegangen ist - dadurch ist mehr als ein Monat Verzögerung mit rein gekommen. Der Brief, den wir bekommen sollten, ist am 27.07. an uns abgeschickt worden und den kompletten Brief haben wir dann schließlich am 05.09. bekommen.
Ja. Wirklich.
Bemerkt, dass der Brief nämlich zwar verschickt, aber noch nicht angekommen ist, haben wir mit Hannover um den 23.08. herum. Dann haben sie bis zum 28.08. gebraucht nur den neuen Wisch für die Krankenkasse zu schicken und die Unterlagen zu vergessen.
Und dann musste ein neuer Monat werden und die haben in Koorperation mit der deutschen Post bis gestern gebraucht, bis auch die Unterlagen da waren. So ein bisschen enttäuscht bin ich schon von dem Sekretäriat, aber ich stelle mir gerade vor, wie viel die um die Ohren haben. Auf Mails wird meistens deutlich schneller geantworten, als noch telefonisch. 
Ich rate also dazu, rege emails zu schreiben.
Vom 23.08 bis gestern haben wir auch etwa alle drei Tage angerufen um sicher zu segen, dass die ollen Sachen endlich ankommen... Na, jetzt sind sie da und auch direkt weiter geschickt und man fühlt sich noch nicht halb so erleichtert, wie man es sich vorgestellt hatte, wie es sich anfühlen würde.

Ich hoffe, dass sich das jetzt wirklich nicht mehr zu lange hinziehen wird.

Ich wünsch euch noch einen sonnigen Freitag - ich habe gleich meine Massage ;)

Eure Katharina

Sonntag, 25. August 2013

Berührende Geschichten

Hallo meine lieben Andershörer,

seitdem es Menschen gibt, gibt es wohl auch Geschichte. Nicht im Sinne eines Zeitstrahls, sondern im Sinne von Dingen, die persönlich auf Menschen eingewirkt haben und die sie ihr Leben lang nicht vergessen werden, wenn auch die nächste Generation von ihnen schon nichts mehr weiß. Wirkliche Geschichte und nicht die Historie.
Die Geschichte von Menschen und ihren Wegen. Ich bin mir sehr sicher, dass jeder von uns, ob er nun einen für sich gesehen besonderen Lebensumstand hat oder nicht. Ich weiß ja nicht, wieviel von unseren persönlichen Wegen in 500 Jahren noch nachvollziehbar sind.

Ich studiere ja Geschichte - also wirklich an der Uni mit einem Zeitstrahl, wenn man so will. Die ganzen Zahlen und Fakten, die einen um die Ohren geworfen werden sind alle uninteressant, sobald es darum geht zu erkennen, was die Zeit mit den Menschen gemacht hat - aber dabei war es ja nicht die Zeit, sondern ganz allgemein waren es die Lebensumstände, die das Leben der Menschen vergangener Zeiten so anders gemacht hat.
Jedes Tagebuch, was 200 Jahre alt ist, beinhaltet viel mehr interessantes aus dem Leben, als die ganzen Geburtsbücher der Kirche, die man dann dann daeben legen kann. Und diese Tagebücher interessieren mich, wie gesagt mehr.
Dieses Tagebuch ist für mich dann die Geschichte eines Menschen - und nicht bloß die Historie einer Zeit.

Ich möchte heute mit euch die Geschichte von einem Menschen mit euch teilen, die mich sehr berührt hat - sicherlich auch durch die Nähe des Themas. Die Geschichte wird in knapp 90 Minuten erzählt und sie handelt von Natalie, die beinahe taub geboren ist. Ohne Hörgeräte hörte sie gar nichts und mit dann wohl wirklich nur ein paar Geräusche, die es einem Ermöglichen sich ein wenig zu orientieren. Quasi auf beiden Ohren so, wie ich mit meinem doofen Ohr.
Früh ist ihrer Mutter verstorben, die ihre ganze Kraft dafür verwendet hat, Natalie beizubringen zu Sprechen.
Sie entscheidet sich mit 31 Jahren noch für ein CI und dürfen durch diese wirklich authentische Dokumentation (danke Nadine für den Bezeichnungstipp ;)) ihre Geschichte kennenlernen.

Diese Dokumentaton malt nicht nur das Bild einer bewundernswerten Frau, sondern bietet auch allehand Infomationen über das CI.

Der Satz, der mir am informativsten für das Cochlea-Implantat war war folgender:
"Ich habe gedacht, dass das CI da anfängt, wo das Hörgerät aufhört. Aber es fängt wieder bei 0 an das Hören. Komplett am Anfang. Man muss alles lernen."

Ich möchte euch wirklich empfehlen, euch einen Abend Zeit zunehmen, diese einfühlsame Dokumentation anzusehen. Sie bespricht auch die Probleme, die man als hörbehinderte Person  in der Welt der Hörenden ([Besser-]Andershörenden ;) ) hat und dass sie auch nicht mit einem Cochlea-Implantat gemildert werden können.

"Wenn man gar nichts hört, dann bekommt man nicht mit, wieviel man verpasst. Hört man dagegen etwas, aber nicht alles, dann macht es einen noch trauriger, weil man plötzlich merkt, dass wirklich etwas fehlt."

Ich lerne daraus, dass ich wahrscheinlich meine Erwartungen ein wenig deckeln muss - weil ich aus dieser Frustration heraus arbeite, weil ich weiß, dass ich vieles nicht höre und vieles verpasse. Die Situationen in der großen Runde, wenn alle lachen, aber man immer darauf angewiesen ist, dass jemand noch einmal erläutert, was da gesagt worden ist.
Ein guter Freund von mir meinte neulich, ganz nebenbei, ohne etwas böses zu ahnen, einfach nur die Wahrheit sprechend, nachdem er mir eine lustige Geschichte noch einmal nacherzählte, "Es ist das zweite Mal gar nicht mehr so witzig, wie beim ersten Erzählen."
Genau das ist die Frustration und das Gefühl, dass man nicht richtig dazugehört, und das wird wohl nie weggehen - aber vielleicht bekomme ich irgendwann häufiger Mal etwas im ersten Anlauf mit. Und das empfinde ich zur Zeit, als wäre es eines der größten Geschenke, die man mir machen könnte. Den Luxus auf eine bisschen mehr Akutik-Autonomie.

Die Dokumentation ist von Arte und heißt "Natalie - Der Klang nach der Stille" und findet ihr hier.
Es geht eine Seite von Arte auf, auf der ihr das Video euch anschauen könnt. Eine Funktion für Untertitel habe ich aber leider nicht gefunden.



Eine weitere, winzige und kleine und vielleicht auch unnötig witzige Geschichte:
Wir haben noch einmal in Hannover angerufen, und dort ganz verdutzt darüber, bekamen wir gesagt, dass doch der Brief schon am 27.07. (!!!!) abgeschickt sei.
Nunja. Nein. Hier ist nichts angekommen. Das hätten wir sicherlich gemerkt.
So richtig erklären können wir es uns nicht - aber vielleicht war ja Vertretungszeit und der Brief ist untergegangen. Entweder in Hannover oder bei der Post.
Er wird mir nun noch einmal zugeschickt.
Einen Widerspruch kann ich damit jetzt nicht einreichen, sondern muss einen Neuantrag stellen.
Na... das wird noch heiter werden *seufz* aber ich gebe es direkt mit der Entbindung der Schweigepflicht ab, damit die vom MDK wissen, dass sie auch wirklich fragen dürfen. (Kommt schon! Es lag eine Entbindung vor - nur hatte sie für die MDKler ein falsches Datum. Ich könnte mich immer noch ärgern. Nein, anders gesagt, es ärgert mich wirklich noch.)

Und ich bin ja auch noch im letzten Beitrag gefragt worden, ob ich noch einmal erläutern kann, warum ich nichts vom MDK posten darf :) Das liegt an folgender Urheberrechts-Klausel unter dem Bericht des MDK:
"Die gutachterliche Stellungnahmen des MDK XXXX sind urheberrechtlich geschützt. Das vollständige oder teilweise Verbreiten (elektronisch oder auf andere Weise), Modifizieren oder Benutzen dieser Stellungnahme für öffentliche Zwecke ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung durch den MDK XXXX untersagt"
Ich hoffe, dass ich damit jetzt nicht gegen das Urheberrecht verstoße.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Sonntag!
Für mich geht es jetzt eine Runde auf einen Barfußpfad :)

Eure Katharina

Samstag, 17. August 2013

Zähneknirscher, Nackenverspanner und Sommerlöcher

Meine lieben Andershörer,

da sitzt ich nun, und warte. Und warte. Und warte. Das Ganze ist jetzt knapp ein Monat her, dass ich die Absage bekommen habe und noch regt sich nicht viel.
Ich habe zwischendurch den Bericht des MDK bekommen, aber da steht dann auch gleich ne Floskel drin, dass ich darüber nicht einmal ansatzweise berichten darf, was da drin steht!
Die Krankenkasse hat mir aber gesagt, dass der MDK im Bericht stehen hat, dass die Hochschule Hannover sich ja nicht an die Regularien gehalten hat und zu wenig Informationen geschickt hat - deswegen wird es Abgelehnt und das Ganze darf mit allen Untersuchungsunterlagen noch einmal eingereicht werden. Das hat Hannover natürlich nicht gefallen - und nun arbeitet die Klinik an den Untersuchungsunterlagen, die zu mir geschickt werden sollen, damit ich diese dann mit einem Neuantrag wieder an die Krankenkasse geben kann.

Puuuh.
Und jetzt warte ich - wie ich oben schon schön in der Einleitung geschrieben hat. Das Ganze geht natrülich stressbedingt nicht einfach so an einen vorbei. Das nimmt einen schon mit, gerade auf Hinblick auf das nächste Semester was im Haus steht und die Vorstellung, dass sich alles in meinem Leben noch mal etwas weiter verzögern soll. Natürlich gilt das nicht für alles, aber für die Sprache, die ich lernen muss und für etwaige Pflichtveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht.
Wenn es weiterhin mit diesem Sommerloch-Tempo vorran geht, dann werde ich erst zu Semesteranfang operiert - und wie ich da in Disskusionsseminaren mit meinen Kommilitonen mithalten soll frag ich mich wirklich. Da wird es dann natürlich auch wieder die drei, vier Leute geben, die mir wirklich helfen, aber da ist meistens das Problem die Dozenten. Gerade, weil ich ja schon letztes Semester mit dem Hören so gar nicht mehr weiter gekommen bin und keine einzige Prüfung schreiben konnte deswegen und jetzt schon ein ganzes Semster auf meine Ohren gegangen ist damit, macht mich das ein bisschen fertig.
Ich möchte ja auch irgendwann mal aufhören zu studieren und anfangen zu arbeiten ;)

Diese ganzen Gedanken und Überlegungen und das Nicht-Vorankommen lösen ziemlich viel Stress aus. Ich hab angefangen über Nacht wohl meine Zähne aufeinander zu beißen, so dass sich lustige Verspannungen von meinem Kiefer in meinen Nacken gewandert sind - und die Krankenkasse darf jetzt eine Aufbissschine und Krankengymnastik und Massagen für mich bezahlen, die mein Arzt mir verschrieben hat. Ich bin mir sehr sicher, dass wenn ich links noch was hören würde, dass ich da jetzt schon meinen nächsten Hörsturz gehabt hätte - aaaaber, was da nicht ist ^^
Das ist quasi der Stand der Dinge - ich kann gerade nur jammer und mimimin und seufzen und den Kopf schütteln.

Dabei gibt es auch schönere Dinge zu melden - zum Beispiel geht es mit meiner Hörgeräteversorgung Rechts weiter. Da scheine ich mit dem Go Pro von Oticon eine gute Wahl getroffen zu haben. Und meine Mutter hat aus einem Schrank ganz überrascht noch zwei neuere Mikro-Port-Anlagen ausgekramt, von der eine noch funktioniert! Nachdem ich dieses Jahr schon 170 Euro in meine alte, alte alte Anlage gesteckt habe (was es nicht verbesser hat, dass sie kaputt ist), kam mir das sehr gelegen. Der einzige Nachteil - ich werde mir wohl einen Empfänger für das Gerät kaufen müssen - da liegt der Einzelpreis für ein Ding, was nur einen Halben-Kleiner-Finger-Fingerkuppe groß ist bei 690!!! Euro.
Ich werd das versuchen von der Krankenkasse zu bekommen (aber die Krankenkasse gibt ja lieber Massagen und Bissschienen, als wirklich etwas gegen das Problem zu machen... nein, Symptombehandlung. Das ist, als wenn man jemanden bei einer Lungenentzündung nur Kamillentee zur Linderung aber keine Antibiotika gibt), und dann noch von der Uni und dann vielleicht noch mal das Integrationsamt.

Mit dem Gefühl, dass sich das alles noch so lange hinziehen wird, wie ein altes Kaugummi, verspreche ich euch wieder, euch weiter auf den Laufenden zu halten,
und drückt mir die Daumen, dass es mal wieder was zum Laufen gibt...

Euch einen lieben Gruß,
Eure Katharina

Samstag, 20. Juli 2013

Schlimme Dinge:

Tjaha - trotz all dem Fleiß, dem artigen Nachhaken, den nervigen Anrufenlassen und herrumrennen, ist es dann doch nicht so gekommen wie im Frau-Holle Märchen - nur irgendwie völlig falsch rum.
Für mich sieht es so aus, als wäre die Krankenkasse jetzt die Pechmarie und ich Frau Holle - leider gibt sie das Pech aber an mich mit einem ekligen Grinsen zurück.

Hallo meine lieben Andershörer,
schnappt euch das Popkorn, lehnt euch zurück, macht die Horror-Musik an.
Ich habe meine erste Ablehnung im Haus.

Nein, die Krankenkasse will nicht übernehmen, hieß es. Nein, nein...
Wir haben das alles am Mittwoch erfahren, telefonisch. Und da konnte man uns noch nicht einmal den Grund nennen. Unter Tränen wurde dann ersteinmal versucht Ruhe zu bewahren, vor Allem, wenn man nur zu hören bekommt: "Ne... ja, ist nicht drin, warum kann ich Ihnen nicht sagen."
Da spekuliert der Kopf dann los. Von "noch nicht genug Schwerhörig" bis hin zu "die glauben, ich habe einen an der Klatsche" war alles dabei. Der Mittwoch war wirklich kein schöner Tag.
Generell glaube ich, dass man dazu neigt, sich selbst ziemlich zu bemitleiden. Ich hab das Gefühl, dass die Zeit schmilzt und ich am Ende nichts mehr auf die Reihe bekomme :) Unitechnisch, Menschentechnisch. Aber hey, wir alle haben manchmal diese Gedanken, dass man irgendwie einfach nur zu 'blöd' ist. Also die hab ich zumindest manchmal: 'Ich hör nicht schlecht, ich bin einfach nur zu blöd die Leute zu verstehen.'

Aber tief durchgeatmet, die Tränen weggewischt, die Nase geputzt, sich hingesetzt und einen Tag lang versucht nicht an all die ganzen Unanehmlichkeiten zu denken, sich ein wenig mit seinen Hobbies ablenken (aber auch nicht zuviel, da herrscht gerade ein wenig Zwist in der Hobby-Lobby, der auch nicht zum gewünschten Entspannungsgrad beiträgt). Ich bin eh der Meinung, dass ich nach der ganzen Sache vielleicht mit einem Dafür-Ausgebildeten über meine doofen Ohren reden sollte - oder die Probleme lösen sich von alleine.
Wo war ich?
Ach so.
Ich habe mich den ganzen Mittwoch gefragt:
Warum, verdammtnochmal!?!

Hannover hat gesgat, dass das schon nicht abgelehnt wird.
Mein Arzt sagte das.
Mein gesammter Freundeskreis hat es gesagt!
Na, irgendwo muss da doch wohl ein Fehler im System sein!

Dann kam am Donnerstag der Brief an.

So, und hier fängt jetzt die gesamte Geschichte chronologisch nochmal von vorne an, damit wir den Spannungsbogen künstlich in die Länge ziehen.
1. Den Antrag auf volle Kostenübernahme (im Folgenden 'Wisch') wurde bei der Krankenkasse abgegeben. Ungefähres Gespräch: "Brauchen Sie noch etwas von mir, Herr Krankenkassen-Mitarbeiter-mit-Vollbart? Haben Sie wirklich alles?" - "Aber natürlich Fräulen Doofes-Ohr, wir haben den Wisch und ich hab den weiter geleitet, das geht an den Medizinischen  Dienst der Krankenkassen, und die fertigen ein Gutachten an und das wir dann von uns bewertet und Sie bekommen bescheid."
 2. Zwei Tage später bekomme ich einen Brief in dem steht, dass mein Wisch jetzt bei einer Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet ist und sie sich jetzt um mich kümmern wird. Wir haben ihre Mailadresse und ihre Telefonnummer und mein lieber Freund und ich wissen, dass wir beides gegen die Zeittrödler verwenden werden!
3. Wir rufen eine Woche, nachdem wir den Wisch abgegeben haben, mal bei der Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet an und fragen da mal, wie man das Ganze ein wenig beschleunigen kann. Nachgestellte, ungefähre Antwort: "Also, meistens läuft es bei uns so. Wir schicken den Wisch an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen und die schauen darauf und sagen dann: Ja, supi, machen wir das; liebe Krankenkassen, dürfen wir denn bei den Ärzten von Fräulein Doofes-Ohr nachfragen? Wir brauchen da die Entbindung von der Schweigepflicht." - "Ach so und dann?" - "Dann erst würden wir Sie anschreiben, dass wir die Entbindung brauchen, und dann schicken wir die weiter zum Medizinischen Dienst. Und wir verkürzen das, indem Sie uns das einfach jetzt schon mal vorsorglich zukommen lassen, dann geht das schneller, dann kann das besser bearbeitet werden."
4. Ich schicke ihnen also eine Woche, nachdem sie den Wisch haben die Entbindung der Schweigepflicht zu.
5. Wir telefonieren hin und wieder mal, fragen nach, und Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet ist auch immer ganz nett, obwohl es irgendwie nie mehr die gleiche Frau zu sein scheint... naja, egal.
6. Wir bekommen telefonisch ohne Begründung eine Absage am Mittwoch die Woche drauf.
Ganz viele Tränen - ich hab schon lange nicht mehr so geweint, weil ich es einfach nicht verstehen konnte! Mir hat ja auch niemand gesagt 'Warum'. Da kommt man sich ja ganz schön blöd manchmal vor, aber naja,... man kann nicht immer nicht-weinen. Manchmal glaube ich, dass ich aber auch schon nicht mehr nicht-weinen kann... So eine kleine Mimose bin ich ja schon (ich höre das kleine Mimimi von meinem Lieblings-Kleinen-Violinen-Spieler).
7. Der Brief der Krankenkasse mit der Begründung kommt am Donnerstag dann an:

"Abgelehnt,... insbesondere, weil nicht genügend Daten vorliegen. Keine Audiogramme, keine Messungen, kein Nichts. Gar nichts."

Mooomentmal.
Wir erinnern uns an Punkt 3 und Punkt 4 meiner Geschichte.
Hatte ich da nicht diese olle Entbindung hingeschickt (scheint ja doch ein schwerzubekommenden Kind zu sein, wenn sie es immer noch nicht gehabt hätten, oder?)

Der Griff zum Telefon von meinem liebsten Freund und besten Telefonierer (ich will immer 'mein Mann' schreiben) und da waren wir dann gespannt, was die Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet dazu zu sagen hatte.

Achtung, fertig, los:
Naaaa - diese Entbindung zählte nicht, weil die erst nach dem Wisch eingereicht worden ist. 



Ja, wie. Will uns jetzt mittlerweile jeder irgendwie an der Nase herrumführen? Müssen wir jetzt von der Krankenkasse miese Intrigen erwarten und mit Unehrlichkeit kämpfen? Haben wir nicht irgendwann mal gefragt, ob alles so gut ist? Naja. NAJA...
Sowas macht wütend und frustriert - kann man da dann noch irgendeinem Mitarbeiter glauben?

Wir haben dann natürlich gefragt, was wir jetzt tun müssen - und da wurde dann doch Ernsthaft mit einem "Ich weiß nicht so richtig" geantwortet. "Ich weiß nicht so richtig, ob Sie jetzt einen ganz neuen Antrag stellen sollten, oder lieber Widerrufen..."

Ich hab mich dann ntschieden noch mal in Hannover anzurufen (anrufen zu lassen ;) ) und da war die Reaktion dann wieder richtig witzig aus der Sicht, dass man sich selbst so Hilflos fühlt.
Mit Empörung hat man uns durch den Hörer dann gebeten den Brief der Krankenkasse einzuscannen und rüber zu schicken, da ginge doch etwas nicht mit rechten Dingen zu.
Gesagt, getan und das ist jetzt mein neuster Stand:

Ich warte mal wieder auf Rückmeldung - diesmal aus Hannover.

Mein Arzt in Hannover hatte meiner Mutter und mir ja vor nicht ganz einem Monat gesagt, dass alles passen würde - und wenn die Krankenkasse stress macht, dann sollen wir uns melden, dann kümmert man sich in der Klinik darum.
Und darum weiß ich gerade auch wirklich nicht mehr so genau, ob ich jetzt nächste Woche operiert werden soll, oder nicht - aber ich gehe erstmal davon aus, dass nicht.
Da wird aus meiner Sicht jetzt noch ein langer Monat ins Land ziehen...


Also noch einmal für die, die einen ähnlichen Weg gehen wollen wie ich:
Wenn ihr soweit seit, dass ihr endlich den Antrag auf Kostebübernahme für die Krankenkasse in den Händen haltet, dann schreibt eine simple Entbindung der Schweigepflicht (bitte darauf achten, dass das ganze auf die Situation mit dem Cochlea-Implantat begrenzt bleibt und nach Klärung entfällt), damit ihr es zusammen abgeben könnt!
Man kann nur drei Mal Widerspruch einreichen - und danach muss man vor Gericht. Bei mir ist jetzt ein Widerspruch wahrscheinlich weg, dadurch, dass wir nicht anständig von der Krankenkasse beraten worden sind.

Ich halte euch auf dem Laufenden ;) 
Und damit ich jetzt nicht vor Ungeduld in der ganzen Sache anfange irgendwelchen weiteren Unfug zu schreiben, verabschiede ich mich für diesen Post bei euch!
Bis zum Nächsten,

eure Katharina

Freitag, 12. Juli 2013

Zum 100. Geburtstag des Satzes "Ach, das wird schon noch"

Hallo ihr lieben Andershörer


Jetzt wird es nochmal schwer irgendwie. Nicht, im Sinne, dass man sich groß Anstrengen müsste, sondern weil das Warten und das Nichtstun einen ziemlich ärgern können. Ich denke, das gilt jetzt nicht nur für die Situation, dass ich darauf warte dass der MDK und meine Krankenkasse zurande machen, sondern auch für allgemeine Situationen, wo man warten muss und nichts machen kann. Vielleicht, wenn man auf eine wichtige Zusage für einen Job oder eine Ausbildung wartet, oder wenn man darauf wartet, dass die Abschlussprüfung endlich wieder zurück kommt.
Oder, oder, oder.
Die Anspannung, die dabei entsteht, kann man kaum irgendwie loswerden - vor Allem, weil man anfängt, aufzuhören darüber zu reden, weil man seine Umwelt schon mehr oder weniger genug damit auf den Senkel gegangen ist.

Ich habe damit angefangen, aufzuhören, wirklich zu erzählen, dass ich mir Sorgen mache - meine Zuhörer sind, bis auf einige wenige Ausnahmen, ermüdet, das merke ich daran, wenn ich anfange zu sagen: Hey, es ist ganz schön schwer zu warten!
Und ein gezwungenes Lächeln zurückkommt mit "Ach, das wird schon werden."

"Ach, das wird schon" ist manchmal ein ganz schön verlegener Satz. Weil irgendwie sagt er doch, dass wir es selbst nicht wissen, und das Thema schnell vom Tisch haben wollen.
Ich sag den auch hin und wieder zu anderen - wenn ich dann schon stundenlang zugehört habe und Taschentücher gereicht habe, ans Ende der Welt gefahren bin.

"Ach, das wird schon noch" heißt doch übersetzt im Grunde: "Jetzt hör auf zu Nerven, es bringt dich dem Erfüllen des Wunsches auch nicht näher!"
Naja - es macht einen aber auch erträglicher.

Heute ist es keine lustige Geschichte, die ich erzählen möchte - heute ist es eine etwas traurige Geschichte. Jeder, der hin und wieder sich schlecht fühlt, braucht jemanden oder auch mehrere Personen, denen er es erzählen kann. Das haben wir mal, weil uns die Lieblingshose nicht mehr passt, oder der Firsör sich verschnitten hat. Das haben wir, weil die Noten nicht so sind, wie man sich glaubt angestengt zu haben und vielleicht auch, weil man sich nicht genug geliebt fühlt.
In den meisten Fällen hören wir dann: "Es ist alles in Ordnung, du brauchst dir keine Sorgen machen, du wirst alles wieder hinbekommen." Und wenn wir merken, dass das nicht hilft, dann bieten wir weiteres an: "Weißt du, ich hab auch ein paar Kilo zuviel, wir machen gemeinsam Sprot - Dienstagsabends passt dir gut?" - "Ich kenne da eine gute Frisörin, die bekommt das wieder hin - und es ist auch nicht teuer und ich komm mit und passe auf." - "Wie wäre es, wenn wir zusammen lernen? Oder hast du schon mal das BesondereLernSystem ausprobiert, ich mache das so..." und so weiter.
Es ist glaube ich sehr schwer, jemanden aufzubauen, wenn man selbst mit keiner Lösung um die Ecke kommen kann. Zum Beispiel, wenn jemand Probleme in seiner Vergangenheit gehabt hat, die es jetzt nicht mehr lösen kann, der Schade quasi "unwiderruflich angerichtet" ist.
'Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist'

Während ich das hier schreibe, komm ich mir auch wieder vor wie Madamchen Mimose höchstselbst. Vor einigen Wochen war ich noch fest der Überzeugung, dass ich viel lieber auf die Zusage der KK warten würde, als auf die Zusage von Hannover.
Irgendwie ist da dann schon ein bitteres Lächeln drin, oder?
Oh je - ich hoffe, dass ihr jetzt nicht denkt: "Oh je! Bekomm dich mal wieder ein!"
Oder aber ihr denkt: "Ach" ;) , "das wird schon noch."

Fakt ist, ich bin euch allen super Dankbar, dass ihr Geduld habt, und mich ertragt - manchmal ist man in seiner eigenen kleinen Traurigkeit einfach ein wenig gefangen und kommt nicht raus. Weil manchmal sagen wir auch: "Ach, das wird schon noch", weil wir wirklich glauben, dass es so ist.
Weil wir da mit ganzem Herzen, gedrückten Daumen, gefalteten Händen, zugekniffenen Augen und Salz-hinter-die-Schulter-werfenend wirklich hoffen, dass man recht hat damit
.

Gerade eben sagte ich zu meiner Besten, die so ehrlich war um mir zu sagen, dass das Thema nicht darum nervt, dass es das Thema gibt, sondern wie ich mit dem Thema weitergebe. Da käme dann manchmal schnell das Gefühl auf, dass ich glaube, dass es keine Besserung gibt. Man nervt quasi mit seiner eigenen Ungeduld und ja, manchmal auch mit seinem Wunsch gerade einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, obwohl die Menschne für einen dasein wollen.
Ich frag mich hier: Will ich eigentlich, dass es mir besser geht? Oder will ich gerade einfach nur, dass es mir schlecht geht?

"Vielleicht sollten wir die Formulierung einführen, dass es in einem Jahr sicherlich besser ist" wäre da ein kleiner Versuch die kleine Hörschnecke Ungeduld zu zähmen.
Peitsch! Knall! Bäng! In den Käfig mit dir, Schnecke Ungeduld! Nächstes Jahr wird es besser sein!

Und davor hat mein lieber Freund noch zu mir gesagt: "Kartoffelgratin magst du aber trotzdem, oder?"

Okay - und so hat sich meine traurige Stimmung doch noch gewandelt ;) da muss ich mir jetzt doch glatt noch überlegen, ob ich den Post wirklich so setzen soll! Aber wisst ihr was - gerade für die, die diesen Weg auch gehen werden, die irgendwann an so einem Punkt sind wie ich gerade, ist es doch wichtig, dass sie wissen, dass es doch irgendwie weiter geht.

Hey, ich bin mir immerhin sicher, das ist nicht das Ende vom Lied, sondern der Anfang von der nächsten Strophe!

In dem Sinne:
Happy Birthday du lieber Satz "Ach, das wird schon noch" !!!
Auf eine lange, nicht-nervige Zusammenarbeit! Unsere Wege werden sich noch ganz häufig Kreuzen :)

Und in dem Sinne:
Danke, an alle, die es geschafft haben, dass der Satz hundert wird - das sprich doch sehr dafür, dass man mir zuhört und genauso wenig wie ich weiß, was man denn jetzt bitte machen soll :)

Ich wünsche euch was!
Eure Katharina

Mittwoch, 10. Juli 2013

Papierkram!

Hallo meine lieben Andershörer!

Jetzt ist es etwas mehr als eine Woche her, dass ich bei der Krankenkasse gewesen bin - und da hat sich auch schon ein bisschen etwas getan. So ein bisschen funktioniert Bürokratie wie ein PC der ziemlich langsam ist. Man klickt auf ein Programm und dann auf Ausführen und dann wartet man - irgendwann hört man dann, dass der PC am Arbeiten ist, es blinken einige Lichter und dann taucht der Rahmen des Programmes auf, die Maus hängt kurz fest und dann laden sich alle einzelnen Dinge darin.


Tja. So geht es jetzt hier vorran, würde ich sagen.
PC ist hochgefahren, das Programm ist angeklickt und ich warte jetzt darauf, dass es endlich läd.
Ha! Aber ich höre schon, wie der PC arbeitet, denn ich habe eine Zwischennachricht bekommen, dass mein Wisch an den Medizinischen Dienst weitergeleitet worden ist.
Das war schon vor etwa vier Tagen.
Ungeduldig wie ich bin, habe ich dann mal meinen liebsten Freund anrufen lassen - und da hat die IKK den Tipp gegeben, dass man schon einmal die Enthebung der Schweigepflicht in diesem einen Fall (bei mir nämlich für "Cochlea-Implantat links") ausstellen kann, damit man den Notfalls direkt an den Medizinischen Dienst schicken kann, damit der wiederrum diesen nach Hannover schicken kann, damit diese dann wieder den Bericht zur Krankenkasse und diese dann an den Medizinischen Dienst... und so weiter und sofort.
Hat jemand außer mir noch das Gefühl, dass das niemals in nur 13 Tagen soweit ist?
Dann ist nämlich meine Einweisung in die Klinik in Hannover!

Hier hört man mich jetzt einmal tief seufzen.
Es geht hier ja nicht um meine Ungeduld, sondern darum, endlich von diesem Status Quo wegzukommen.

Seit einiger Zeit ist mir auch aufgefallen, wie viel Papierkram dadran hängt - und was alles für besondere Vorraussetzungen zu erfüllen sind. Impfung links, Schmerzmittelverbot rechts, Parkplätze oben, Strom für den Wohnwagen unten...
Ah! Hab ich euch das schon gesagt?
Da wir ja nun nicht direkt neben Hannover wohnen und ich da ganz alleine wäre, haben meine Eltern sich entschieden, mich zusammen mit meinem liebsten Freund zu begleiten. Und da sie nicht in das Krankenhaus selbst können, haben sie sich in Hannover informiert.
Die MHH bietet Wohnmobilstellplätze inklusive Strom an!
Und ich bin wirklich total froh darüber, dass ich nicht alleine sein werde. Das ist so wunderschön und ich bin wirklich dankbar dafür!

Ich hoffe, dass die Krankenkasse und der medizinische Dienst jetzt nicht mehr so lange brauchen. Ich fühle mich so, als wenn ich in einem Zug sitze, der nach und nach Verspätung sammelt, und ich Gefahr laufe meinen Anschluss nicht zu schaffen.

Aaaah, die Zeit, die Zeit, die Zeit :)

Euch noch einen wunderschönen Tag!
Eure Katharina